









ephemeral forms
Sie ist ein trauriges Symbol für die Wegwerfmentalität, geschaffen für den einmaligen Gebrauch, Ausdruck unserer Bequemlichkeit und längst in Verruf geraten. Die Plastiktüte. „Möchtest du das Schönste sehen, das ich je gefilmt habe?“ fragt Ricky das junge Mädchen, das zum ersten Mal in Rickys Zimmer kommt. Dann läuft im Fernseher über drei Minuten lang ein Videofilm, der eine Plastiktüte zeigt, die auf dem Asphalt des Hinterhofes mit den Blättern zu tanzen scheint. „Es gibt manchmal so viel Schönheit auf der Welt, dass ich sie fast nicht ertragen kann. Und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen …“, kommentiert der junge Mann im oskarprämierten Film „American Beauty“. Keine überwältigende Naturaufnahmen, keine faszinierende Unterwasserwelten, kein umfassender Blick aus dem Weltall auf den Blauen Planeten. Eine einfache Plastiktüte – „und man kann sie fast knistern hören“. Inspiriert von dieser Szene widme ich mich mit meinen Fotos dieser unscheinbaren Schönheit in ihren flüchtigen Formen. Plastiktüten, aus den Einkaufskörben und Hinterhöfen unserer Zeit vor die Kamera geholt. Die Aufnahmen entstanden im Februar und März dieses Jahres.
Reinhard Keller im April 2026
